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Vorsingen: Auf der Suche nach einem Studienplatz sang ich unter anderem bei Rita Streich vor. Rita Streich war eine wirklich berühmte Opernsängerin und ich war dem entsprechend aufgeregt und nervös, als sich ein Termin fand, an dem ich vorsingen sollte. Sie gab einen Meisterkurs in Salzburg. Um nur ja pünktlich zu sein, nahm ich einen sehr frühen Zug von München nach Salzburg, leistete mir ein Taxi zum Mozarteum und wartete. Nach und nach versammelten sich alle ihre Studenten zum Kursbeginn um 10.00 Uhr. Alle gingen summend und übend nervös auf und ab, zwischendrin rollte jemand zur Auflockerung die Schultern, ich wurde müder und müder. Die große Rita Streich selbst kam um 12:00 angetrippelt. In einem knallroten Kostüm, die Haare senkrecht nach oben gebürstet und als ich sie begrüßte dämmerte ihr wohl erst wieder, dass da ja noch was war.... Also durfte ich als erster an den Flügel, die anderen mussten nun noch länger warten. Ich sang so gut ich noch konnte, Rita Streich las in den Noten mit, verzog hie und da das Gesicht zu deutlichem Missfallen, was meine Töne nicht beflügelte. Dann Stille ... Sie winkte mich nach draußen und ich war auf sehr schlechte Kritik gefasst. "Sie wollen also Sänger werden?" begann sie mit großer Geste."Da muss ich ihnen eines sagen: Schaffen sie sich nie etwas an, was sie nicht selbst auseinander und wieder zusammenschrauben können und um Himmels Willen nichts, was man mit großen Dübeln an der Wand besfestigen muss." Danach lud sie mich, weil ja doch Talent da wäre, zum Vorsingen nach Wien ein, wo sie eine Professur hatte, und als sie mich dort sah dämmrte ihr wohl erst wieder, dass da noch was war... |
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